GWF CHAOS CITY 6: Ergebnisse

Chaos war der Plan und Chaos war Programm am Sonntag im Festsaal Kreuzberg. Vor einer begeisterten Menge gab es sieben Matches, jede Menge Action und eine schockierende Wendung im Main Event!

Direkt im ersten Kampf ging es um die Chance, die Tag Team Champions herauszufordern. Die Helden der Hauptstadt, Joshua Amaru und Pascal Spalter, traten gegen Team Crazy Sexy bestehend aus Mike Chaer und Ronaldo Shaqiri an. Gleich zu Beginn sah es eigentlich nach einer klaren Sache für die Helden der Hauptstadt aus. Mike verletzte sich bei einem Ellbogenschlag vom Turnbuckle am Knie, als er unglücklich aufgekommen war. Shaqiri war deshalb gezwungen, den Löwenanteil des Matches zu bestreiten, was Spalter und Amaru ausnutzten, um ihn gemeinsam zu bearbeiten. Dank einer riesigen Kraftanstrengung gelang es Team Crazy Sexy aber doch noch, sich den Number One Contender Spot zu sichern. Einem Spear von Shaqiri ließ Mike Chaer einen Senton vom Turnbuckle folgen und Shaqiri pinnte Amaru.

Was folgte war ein Fatal-4-Way-Match zwischen Kevin Lazar, Fast Time Moodo, Ender Kara und Mike D. Vecchio, bei der vor allem die Kraft der Belgian War Machine ein entscheidender Faktor sein sollte. Allein war Vecchio kaum aufzuhalten, weshalb Lazar und Kara immer wieder Kurzzeit-Allianzen schlossen, um dem Muskelpaket beizukommen. Moodo hingegen setzte seine schnellen, harten Tritte ein und war so in der Lage, sich mit Vecchio zu messen. Letztlich gewann das belgische Powerhouse aber das Aufeinandertreffen von Kraft und Geschwindigkeit durch eine Sitdown Powerbomb gegen Ender Kara.

Alarm der Schande im Gauntlet Match

Danach stand Frauen-Wrestling auf dem Programm – und das nicht zu knapp. Gleich sechs Teilnehmerinnen trafen in einem Gauntlet-Match aufeinander. Den Anfang machte die Dazzling Diva Xara Grace, die allerdings Kara zum Opfer fiel. Die Kriegerin erlebte dann jedoch einen gleich doppelt gebrauchten Abend. Nicht nur verlor sie gegen ihre israelische Kontrahentin Gaya Glass, die ihr Deutschland-Debüt feierte. Während des Matches erklang auch noch der Alarm der Schande, weshalb Kara nun die kommende Herausforderin für den Loserweight Title ist.

Glass durfte sich jedoch nicht zu lange freuen, denn die vierte Teilnehmerin, Stephanie Maze, ließ ihr keine Chance. Nicky Foxley betrat als nächste den Ring und hatte sich eine clevere Strategie ausgedacht. Sie fokussierte ihre Angriffe auf den Arm von Maze, die deshalb mehr und mehr Probleme hatte, ihre Angriffe durchzuziehen. Reichen sollte es für Foxley trotzdem nicht, denn Maze gelang es, den Cattle-Mutilation-Griff anzubringen und ihre Gegnerin damit zur Aufgabe zu zwingen. Als letzte Teilnehmerin betrat Jessy Jay den Ring und machte dort weiter, wo Foxley aufgehört hatte. Auch sie konzentrierte sich auf den Arm von Maze, die deshalb nicht einmal mehr ihren Aufgabegriff anbringen konnte. Die Schmerzen waren einfach zu groß. Zum Pech des Kendo Stick Pitbull ist Maze mit ihren Beinen aber mindestens genauso gefährlich wie mit ihren Armen. Ein Spinning Heel Kick traf Jay direkt am Kinn und machte Maze zur Siegerin.

Unfairer Sieger im Berlin Championship Match

Anschließend stand ein Title Match zwischen Berlin-Champion Toni Harting und Aytac Bahar an. Der Tiger aus Berlin ließ es sich nicht nehmen, seinen Herausforderer vor dem Kampf zu verspotten und sich über dessen „Baklava-geschädigten Körper“ lustig zu machen. Die Fans reagierten mit einer lautstarken Forderung nach einem Titelwechsel. Bei einer so aufgeheizten Stimmung war es klar, dass der Ring für die Kontrahenten nicht ausreichen würde. Stattdessen ging es nach draußen, wo Harting Bahar zunächst gegen die Bühne warf, um ihn dann mit einer Powerbomb auf den entblößten Boden zu werfen. Wer dachte, dass es das bereits gewesen war, hatte die Nehmerqualitäten von Bahar unterschätzt, der sich mit einer Cannonball Senton von der Bühne zurück meldete und eine Superplex sowie einen Death Valley Driver folgen ließ. Harting merkte, dass die Titelverteidigung eine ganz enge Kiste werden könnte und rettete sich mit unfairen Tricks. Ein Superkick ließ Bahar gegen den Ringrichter prallen, der dadurch für kurze Zeit außer Gefecht gesetzt wurde. Der Champion setzte seinen Gürtel als Waffe ein und konnte seinen Herausforderer pinnen.

Auch im nächsten Kampf waren Champions im Einsatz, denn die Stübing Brüder sollten gegen zwei Überraschungsgegner antreten. Mentor Ahmed Chaer wollte den Tag Team Champions eine Lektion erteilen und testen, wie gut Tim und Tom wirklich sind. Frei nach dem Motto „ich schicke meinen besten Mann, ich komme selbst“, war Ahmed einer der beiden Gegner. Prominente Unterstützung holte er sich aus Großbritannien, denn er hatte Doug Williams eingeladen, um gemeinsam mit ihm zu kämpfen. Eine gute Entscheidung, denn letztlich setzte sich die Erfahrung durch. Für die Stübing Brüder war es nicht nur aufgrund einer Powerbomb/Piledriver-Kombination von Williams ein schmerzhafter Abend. Der Ambassador war es nämlich auch, der den Veteranen den Sieg sicherte. Zum Glück für Tim und Tom handelte es sich nicht um ein Title Match. Am Ende bekundeten die beiden Wrestling-Legenden aber ihren Respekt für ihre Gegner und schüttelten den Stübing Brüdern nach dem Kampf unter dem Applaus der Zuschauer die Hände.

Das war im 6. Match anders, denn hier ging es um den Gürtel, den niemand haben will. Bei der Loserweight Championship mussten Abdul Kenan und Feyyaz Aguila darum kämpfen, nicht der schlechteste Wrestler der gesamten GWF zu sein. Kenan war von vornherein sichtlich angefressen und wurde dann auch noch von Aguila provoziert, der eine rote Fahne herausholte und Kenan wie einen Stier immer wieder anrennen und ins Leere laufen ließ. Eine schlechte Entscheidung, denn der nun noch wütendere Kenan war es, der Aguila am Ende zur Aufgabe zwang und so den verhassten Titel loswurde.

Schockierende Rückkehr im Chaos City Match

Richtig chaotisch wurde es im Main Event, dem Chaos City Match. Crowchester, Senza Volto und Axel Tischer kämpften gegen die Blutsbrüder. Da ihr Partner Orlando Silver nach Mexiko reisen musste,  waren der GWF World Champion John Klinger und Erkan Sulcani aber zunächst nur zu zweit. Die numerische Unterzahl machten sie durch den Einsatz eines Stuhls und eines Kendo Sticks wieder wett. Dann aber wurde Erkan nach draußen befördert und mit einem Crossbody von Crowchester und einem direkt folgenden Suicide Dive von Senza Volto ausgeschaltet. Im Ring standen sich nun also nur noch John “Bad Bones” Klinger und Axel Tischer gegenüber, ein kleiner Vorgeschmack auf ihr World Title Match im kommenden Monat bei GWF Legacy 25.

Schlag auf Schlag ging es weiter, Senza fiel durch einen Stuhl, den Tischer daraufhin in das Gesicht von Klinger warf. Die begeisterten Fans stimmten „We want Tables“-Rufe an und wurden erhört. Klinger konnte es aber gerade noch abwenden, durch den aufgebauten Tisch geworfen zu werden. Weniger Glück hatte er allerdings bei einer Attacke von Crowchester, von der auch Erkan getroffen wurde. Die beiden Blutsbrüder standen nämlich außerhalb des Rings und Crowchester sprang einen 450° Splash  vom Turnbuckle nach draußen. Klinger musste sogar noch eine Spanish Fly vom Turnbuckle einstecken, die Senza Volto ihm verpasste, ehe der Champion Axel Tischer per Powerbomb durch den Tisch warf. Immerhin gelang es dem Axeman dabei, Erkan gleichzeitig einen Superplex zu verpassen, sodass auch er durch den Tisch krachte. Die begeisterten „Holy Shit“-Rufe des des Publikums waren mehr als gerechtfertigt.

Nachdem nun fast alle Gegner ausgeschaltet waren, konzentrierte Klinger sich auf Crowchester und verpasste ihm einen Piledriver, der wohl bereits zum Sieg gereicht hätte, wenn Bad Bones seinen geschlagenen Gegner nicht im letzten Moment an den Haaren hochgezogen hätte. Klinger hatte noch nicht genug ausgeteilt und legte den wehrlosen Crowchester mit dem Kopf auf einen Stuhl. Doch gerade als er mit einem weiteren Stuhl zuschlagen wollte, ging in der Halle das Licht aus. Es war die fulminante Rückkehr von Tarkan Aslan, der ebenfalls mit einem Stuhl bewaffnet in den Ring stürmte und von den Fans bejubelt wurde. Die Freude sollte aber nicht allzu lange anhalten, denn der Lion King drehte sich plötzlich um und schlug Crowchester den Stuhl brutal ins Gesicht, sodass dieser in der Folge sogar einen Teil seines Schneidezahns einbüßte und heftig aus der Nase blutete. Aslan setzte zum Pin an, befahl dem Ringrichter durchzuzählen und entschied das Chaos City Match für die Blutsbrüder.

Doch was hat das alles zu bedeuten? Ist Tarkan Aslan ein neuer Blutsbruder? Warum hat er sich bei seiner Rückkehr auf die Seite von Klinger und Erkan geschlagen? Und was bedeutet das für den Titelkampf zwischen Bad Bones und Axel Tischer? Die Antworten auf diese Fragen gibt es am 14. November 2021 bei Legacy 25. Tickets gibt es unter https://gwf.tickettoaster.de

Bericht von Helge Wohltmann
Foto von Ronny Budweth